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DM5TI

Hier ist ein Ausschnitt aus dem "Funkamateur"  Nr.11/1977 über DM5TI



 


 

Die unzweifelhaft erfolgreichste UKW - Contest - Gruppe unserer Republik ist ein Kollektiv, das unter dem Rufzeichen DM5TI/A bekannt wurde. Wenn man dieses Rufzeichen in einem der UKW-Conteste hört, kann man sicher sein, daß es später in der Ergebnisliste der DDR-Stationen an vorderster Stelle zu finden ist. Auch bei internationalen UKW-Contest-Wertungen können die Kameraden sich sehen lassen, ein Platz in der Spitzengruppe bestätigt jedesmal wieder ihre erfolgreiche Contestarbeit. Wer selbst an UKW-Contesten teilnimmt und sich vielleicht über erreichte 100 Verbindungen gefreut hat, wird sich natürlich fragen, wie man in der gleichen Zeit 500 QSOs fahren kann. Um das Geheimnis solcher Erfolge zu ergründen, fuhren Hans-Uwe, DM 2 COO, und ich zum 2. Subregionalen Contest 1977 nach Oberhof. Möglichst viel über das ganze Drum und Dran wollten wir erfahren, aber auch einmal selbst hören, wie sich einem das Contestgeschehen von so einem Standort aus darbietet.

Die Entwicklung

Mein wesentlicher Eindruck von dieser Contestmannschaft war: ein großartiges Kollektiv mit vorbildlicher Ordnung und Disziplin! Kern der "Truppe" ist Helmut Stahr,  DM2CTI, und Stationsleiter von DM5TI.

Hartmut, damals noch DM2BZG und bereits aktiver UKW-Amateur, zog 1969 im Anschluß an sein Studium nach Ohrdruf, wo er zu einer Gruppe von Funkamateuren aus Georgenthal und Tambach stieß,  die sich um die Klubstation DM4JI, geschart hatten. Darunter Rolf Hartmann, DM4JI / DM2BEI; Karl Mösler, DM4WJI, später DM5ZTI, jetzt DM2DVI; Rüdiger
Stark, DM4VJI; Helmut Renner, DM2BUI;



 

Das ist das „Lager“ von DM5TI/A. ausreichend weit vom Stationszelt (s. Titel) entfernt

Dieter Falley, DM4OII, jetzt DM2DHI; und der erste Mann im Kreis, Edgar Döpping, DM2CLI. Dazu kommen eine Reihe SWLs, von denen inzwischen bereits einige die Amateurfunkgenehmigung besitzen. Hartmut wurde Initiator der Gründung einer UKW-Klubstation in Ohrdruf, bei deren Aufbau sich besonders DM4VJI und DM4WJI verdient machten. In Oberhof wurde bei dieser Gelegenheit gleich ein Dachkämmerchen gechartert, das im Ort eine ausgezeichnete UKW-Lage bot.

Viel zur Entwicklung des Kollektivs trugen zwangslose Treffen aller Amateurfunk-In­teressierten bei. Die  Gaststätte zum Hirzberg“ in Georgenthal ist auch heute noch jeden zweiten Montag des Monats Versammlungsort für die KW- und UKW-Besessenen nicht nur der umliegenden Orte. Besucher von weither sind nicht selten, und immer herzlich willkommen. Das Programm ist vielfältig und reicht von den Problemen des Referats Amateurfunk Gotha und org.-politischen Fragen über Erfahrungsaustausch, Contestarbeit, Contest­Vorbereitung und Contest-Auswertung bis zu technischen Problemen. Dabei gibt es keine Trennung zwischen KW und UKW oder zwischen SWLs und Sendeamateuren. Zu Hartmuts Verdiensten ist zu zählen, daß alle KW-Amateure auch ein gewisses Interesse für UKW haben, und fast alle UKW-Amateure auch auf KW arbeiten.

Die Freigabe der 2-m-Station erfolgte 1970. Von Anfang an war sie in SSB betriebs­bereit und besaß ein hohes technisches Niveau. Zum 2-m-SSB/CW-Transceiver (350 W Input mit GU 29) von DM 5 TI gesellte sich später noch ein 200-W-Transponder für 70 cm. Als erster Contest wurde 1970 der DM-UKW-Contest in Oberhof bestritten. Das Ergebnis überraschte die Gruppe, denn sie hatte mit mehr als doppelter Punktzahl gegenüber dem zweiten
Platz gewonnen. Damals mußte man auch in AM arbeiten können, um zu gewinnen, und die
 

Quarzsteuerung war noch sehr verbreitet. Eine Gesamt-Zahl von 120 Verbindungen erlaubte noch ein "gemütliches" QSO-Fahren. Trotzdem erschlossen 100 W HF in AM und SSB mit einem Schlag ganz neue Dimensionen, und das Rufzeichen DM 5 TI ließ zum ersten Mal aufhorchen.

Aber der Standort stellte die Contester noch nicht zufrieden, da es in die Richtungen Süd und Südwest nicht "ging". So wurde nach einem neuen Contest-QTH gesucht, das sich dann direkt am Rennsteig. unweit von Oberhof, also auf dem Kamm des Thüringer Waldes fand. Dank der Unterstützung von Betrieben und Instituten erhielten die Kameraden auch die Erlaubnis zum Befahren des Geländes und zur "Energieentnahme". Der neue Standort, obwohl nicht der absolut höchste in diesem Gebiet, erwies sich dank dem Netzstromanschluß, der freien Lage, dem Fehlen starker Stationen in geringer Entfernung, und schließlich der überaus günstigen geografischen Lage (großes Stationsangebot) als ideal. So ist es auch immer noch das Contest-Domizil von DM5TI/A, sein QTH-Kenner : FK24j.

1971 zum Polni Den wurde erstmals von dort portable gearbeitet. Die Bedingungen waren noch sehr primitiv, die Station ein zusammengewürfelter "Haufen Schrott", auf zwei Gartenbänken und auf Zeltplanen ausgebreitet, dazu ein Spirituskocher als Komfort. Eine feste Unterkunft wurde dringend notwendig, und auch die Antennenanlage sollte fest installiert werden. 1973 war es dann soweit, die kleine Hütte, dem Gelände angepaßt im "Blockhüttenstil", stand. Zum Polni Den 1973 wurde dann aus der Hütte auf 70 cm und von einem etwas abgesetzten Ort auf 2 m gearbeitet. Dabei stellte sich der abgesetzte Ort als wesentlich günstiger für die Contestarbeit heraus.

 



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Einige Stunden vor Contestbeginn werden noch einige geruhsame Test-OSOs gefahren. Am Mikrofon “CW-Nachtschichtler“ Sigi, DM2CZI. Man beachte, daß auf dem Bild die komplette Station zu sehen ist, links der Transceiver, rechts die Linearendstufe mit Netzteil.




Eine halbe Stunde nach Cohntestbeginn sind die drei OPs im Stationszelt mit äußerster Konzentration am Werke . Links der 3. OP, DM5ZXI, der die Kontrolliste führt. In der Mitte der 2. OP, DM2DVI,der mithört und das Log führt, rechts, zu Unrecht etwas im Hintergrund, die Hauptperson,der 1.OP, DM2CTI, der die QSOs fährt, und nach Bedarf die Antenne dreht.In den Hauptbetriebszeiten wechseln die OPs stündlich

Sie konzentriert sich deshalb vorrangig auf die Qualifizierung ihrer Operateure in Richtung auf eine bestmögliche Betriebstechnik.

Organisation


Im Laufe der Jahre wurden die an einem Contest-Einsatz Beteiligten immer mehr. Zu den eigentlichen OPs gesellten sich auch einige Ehefrauen und SWLs. Im Mai jeden Jahres wird gleichlaufend mit dem 2. Subregionalen UKW-Contest der offizielle .Feldtag des Bezirkes Erfurt durchgeführt. Die Station DM5YI/p arbeitet dann parallel auf Kurzwelle, dieses Jahr hat sie dabei am CQ-MIR-Contest teilgenommen. Auch bei den anderen UKW­Contesten ist DM5YI/P meist dabei und verhilft vielen Stationen zu den Kreiskennern K02 bzw. K04, da der Standort sich genau auf der Kreisgrenze befindet.

Wie man sieht, hat die Contesttätigkeit von DM5TI längst den Rahmen der Klubstation gesprengt und bewegt sich bereits auf Kreis-. wenn nicht gar auf Bezirksebene. Hauptsächlich sind dabei Kameraden aus den Kreisen Gotha und Sömmerda beteiligt. Direkt nahmen an dem Contest, an dem wir  zu Gast sein durften. 14 Sendeamateure teil (9 DM2 und 5 Mitbenutzer verschiedener Klubstationen). Diese Zahl schwankt sonst zwischen etwa 12 und 20. Wenn man berücksichtigt. daß dazu noch eine ganze Anzahl nicht direkt beim Contest Mitarbeitender kommt, wird klar, daß eine solche Aktion nicht ohne gründliche Organisation und ein hohes Maß an Disziplin auskommt. Daß jeder die ihm übertragenen Aufgaben erfüllt, versteht sich dann eigentlich von selbst. Das Kollektiv hat es geschafft, daß sich tatsächlich jeder auf den anderen verlassen kann.

Die Vorteile eines so großen Kollektivs liegen auf der Hand: Die Belastung des einzelnen ist nicht allzu groß. so daß die ganze Contestdurchführung nicht Plackerei wird, sondern auch Spaß) bleibt. Für Erho­lung und Gespräch sind ausreichend Zeit. Auch die Vorbereitung verteilt sich auf viele Schultern. Durch die große Zahl von Helfern vereinfachen sich viele Aufgaben wie z. B. der Stations- oder Antennenaufbau sehr, und es kann auch relativ viel Komfort aufgeboten werden. So gibt es außer den Stations- und Schlafzelten auch ein Verpflegungszelt mit Propankocher. Die Stationszelte werden bei Bedarf mit Propan beheizt. Die Möglichkeit. 3 OPs einzusetzen, entlastet den Haupt-OP und erlaubt ihm, sich ganz auf den Funkbetrieb zu konzentreren.

Bei großen Contesten dient er deshalb immer als Stationsstandort.

Auf 70 cm wurde erstmals 1972 gearbeitet. in den folgenden Jahren bis Ende 1974 forcierte man die 70-cm-Tätigkeit weiter und verzichtete zugunsten der 70-cm-Teilnahme teilweise sogar auf die voll wettkampfmäßige 2-m-Arbeit. Die Erfolge waren, vor allem des geringen Stationsangebots wegen - 40 OSOs insgesamt waren gut, teilweise wurden in einer Stunde gerade 2 QSOs gefahren - bescheiden. Das Kollektiv drohte auseinanderzufallen. denn es gab auch keinen wirklichen Leistungsvergleich. weil die Konkurrenzstationen in der DDR fehlten.

In dieser Zeit hatten sich im Lande die Contesttechnik und die Betriebstechnik bei den 2-m-Contesten verbessert. Es waren ernstzunehmende Konkurrenten auf den Plan getreten, z. B. DM3ML und DM2DQO /  DM2DBO. Dagegen war mit der "alten Technik"

nicht mehr ohne weiteres anzukommen. Die Kreuzmodulationsfestigkeit des Empfängers ließ zu wünschen übrig, die Sender-Ausgangsleistung anderer Statio­nen war beträchtlich höher geworden, und es gab Anwürfe — ob berechtigt oder nicht— das eigene abgestrahlte Signal betreffend. Abhilfe brachte die neuerbaute Station von DM2CTI. die bei den Contesten von DM5TI eingesetzt wird. Für den Neubau zweier Stationen auf Spitzenniveau hätten die Kräfte nicht ausgereicht.

Das Empfangsteil arbeitet als Einfachsuper und ist auf optimales Großsignalverhalten gezüchtet. Dazu dienen Schottky-Ringmischer und Dual-Gate-MOSFET-Vorstufe. Für Transceivebetrieb wird nur der Oszilla­tor doppelt genutzt. Viel Aufwand wurde für ein sauberes und nebenwellenfreies Sendesignal getrieben. Die Sendeleistung von maximal etwa 800 W HF dürfte sich ebenfalls kaum noch erhöhen lassen,
 

 

Die Vorbereitung eines Contests wird bei den montäglichen Treffen koordiniert. Es gibt Hauptverantwortliche für die Gesamt-organisation und -planung. für den An- und Abtransport. für die Technik und für die Verpflegung. die jeweils ein fest umrissenes Aufgabengebiet haben. Sie arbeiten wiederum mit den einzelnen Mitgliedern des Kollektivs zusammen und überprüfen. ob alle Einzelaufgaben rechtzeitig erfüllt werden. Der Planungsverantwortliche hat eine Liste. die die Verantwortlichkeiten im einzelnen enthält. Außerdem teilt er jedem seine Aufgaben schriftlich mit. Auch der Dienstplan für die Conteststation wird an den Treffen am Montag festgelegt (der Dienstplan des 2. Subregionalen Contests

 

 

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als Tabelle angeführt). Dazu können die OPs die von ihnen gewünschten Zeiten vorschlagen und ob sie als 1., 2. oder 3. OP arbeiten wollen. Das Kollektiv hat sich so gefestigt, daß die bei Unstimmigkeiten notwendigen Entscheidungen, die die Gruppe natürlich berät, von den OPs ohne weiteres akzeptiert werden. Bei solchen Entscheidungen spielen natürlich die bei der Auswertung früherer Conteste gewonnenen Erkenntnisse eine große Rolle.

Nicht ganz zufrieden waren die Kameraden bisher mit der Würdigung ihrer Arbeit. Obwohl der Bezirksvorstand ihre Vorhaben. z. B. durch Freistellungen, unterstützt, ist es immer noch eine andere Sache. ob eine Mannschaft DDR-Sieger im Funkmehrkampf wird oder ob ein Kollektiv serienmäßig DDR-Sieger bei UKW-Contesten ist. Im Kreismaßstab haben die Kameraden durch beharrliche Arbeit erreicht. daß ihre Tätigkeit in der Wehrsportdisziplin Ama­teurfunk richtig eingeordnet wird. Die Erlangung von DM-EA-, DM-SWL- und Amateurfunkgenehmigungen und die Schulbeschickungen sind inzwischen in den Wettbewerbskonzeptionen der Kreise enthalten. Nachdem in der Jahresaufgabenstellung Amateurfunk 1976/77 der Contes­tätigkeit und der Bildung von Bezirkscontestmannschaften große Bedeutung beigemessen, und auch die Würdigung guter Contestergebnisse gefordert wurde, ist die Sorge der ,,TIs“ sicher bald gegenstandslos.


Contestdurchführung


Einiges zur Contestabwicklung wurde bereits gesagt. Selbstverständlich sind die ausgezeichneten Ergebnisse des Kollektivs DM5TI nicht nur auf die gute Lage und eine moderne Technik zurückzuführen; das beweist u. a. die Tatsache, daß auch schon andere Stationen vom gleichen Standort, aber mit merklich geringerer Punktzahl arbeiteten.

Sehr viel zum Erfolg tragen die jahrelangen Erfahrungen der eingespielten Mannschaft bei. Ihre Mitglieder haben sich qualifiziert, neue erhalten die Möglichkeit, sich einzuarbeiten. Die beste Betriebstech­


Die Blockhütte, festes Domizil von DM 5 TI/A. Jetzt wird sie allerdings nur noch für 70-cm-Betrieb und gelegentliche kleinere Einsätze benutzt
 

 

Dienstplan 7. 5/8. 5. 1977 
Zeit    1.OP    2.OP      3.OP

17-18  2CTI     2DVI      5ZKI
18-19  2CLI     2BUI      2DQI
19-20  2CZI     2CLI      2CTI
20-21  2DHI     2BUI      5YYI
21-23  2DQI     3HCN      5ZXI
23-01  5ZKI     3VWI      2DHI
01-03  2CZI     2CFI       *
03-05  5ZKI     2CZI       *
05-07  2CZI     5ZKI       *
07-09  2DHI     3HCN      5YYI
09-10  2DOI     2DQI      5ZXI
10-11  2CLI     2CKI      2DVI
11-12  3HCN     2DOI      2CFI
12-13  2CTI     3HCN      5ZKI

alle Angaben in MEZ;
*1.OP kann noch 3. OP hinzuziehen
um 2400 MEZ sollte QSO-Nr. 240 ... 270 gefallen sein;
um 1300 MEZ sollte QSO-Nr. 470 ... 540 gefallen sein.
OM für Organisation             — DM2BUI,
OM für Technik                      — DM2CII,
OM für Dienst                       — DM2DMI

 

nik haben z. Z. DM2CTI, CLI, CZI, BUI, DHI und DM3HCN. Von allen in Frage kommenden Contestern kann nur einer keine Telegrafie, 3 beherrschen sie wenig, die anderen gut, einige besitzen auch CW-Contesterfahrungen.

Die Station ist normalerweise bereits am Freitag aufgebaut und funktionsfähig. Die Zeit bis Contestbeginn am Sonnabend dient lediglich zur Reserve und zu letzten Funktionstests. Während des Contests wird in Dreiergruppen gearbeitet, nachts teilweise in Zweiergruppen. Jede Gruppe ist zur Hauptarbeitszeit eine Stunde und während der betriebsschwächeren Zeiten zwei Stunden tätig. Hauptbetriebszeit ist abends bis 21.00 Uhr und auch morgens wieder ab 09.00 Uhr. Der Vormittag bringt interessanterweise wieder genausoviel OSOs wie der Abend. Die Ablösungszeiten werden exakt eingehalten; die Ablösung muß 10 Minuten früher im Stationszelt sein, um sich mit der gerade herrschenden Situation vertraut zu machen.

Außer den OPs hat im Zelt niemand etwas zu suchen, außer vielleicht SWLs, die als stille (!) Zuschauer und Zuhörer etwas dazulernen möchten. Der 1. OP jeder Gruppe ist voll verantwortlich und spricht das letzte Wort; er fährt die QSOs und führt ein (vorbereitetes) Schmierlog. Die beiden anderen hören voll mit Der 2. OP schreibt sofort das Rein-Log. und der 3. OP führt die Kontroll-Liste. Zu jeder Gruppe gehört ein sehr guter Telegrafist. Der 1. OP muß im Contestbetrieb absolut sicher sein, der 2. OP ergänzt den 1. OP gegebenenfalls auch in Telegrafie. In der nächtlichen Telegrafie-Arbeitszeit arbeiten zwei gute Telegrafisten.
 

Während des Contests wird praktisch nur CQ gerufen. Dabei gibt es keine Leerlaufzeiten, der Sender darf nicht länger als eine halbe Minute außer Betrieb sein. Die Aus­nahme bilden lediglich die nächtlichen be­triebsschwächeren Zeiten, in denen vor al­lem in Telegrafie gearbeitet wird und das übrigens im Durchschnittstempo von 100 Z/min. Die Telegrafie-QSOs bringen im Durchschnitt etwa ein Drittel mehr Punkte als die SSB-QSOs. außerdem werden viele Multiplikatoren in CW erreicht. FM wird als Modulation überhaupt nicht benutzt.

Die Antenne bleibt meist in der gewählten Richtung stehen, nur bei Schwierigkeiten in der Verständigung wird nachgedreht, nach beendetem OSO aber sofort wieder zurück. Als Antennen wurde bei DM5TI schon allerlei eingesetzt: 9-Element-Normalyagi, OK1DE, 2 X OK1DE (zu richtungsscharf, zu starke Nebenzipfel) und zuletzt eine 16-Element-Gruppenantenne, mit der man sehr zufrieden war. Der Antennenaufbau erfolgt sehr einfach, dafür aber mit "großem Personal". Jede Abspannung hat einen "Halter". Der Mast besteht aus kurzen Stücken, die jeweils untergesetzt und verschraubt werden, nachdem der Mast mit einem Hebekreuz angehoben wurde. Gedreht wird der Mast von Hand, er steht unmittelbar neben dem Zelt

Die Contestabrechnung macht DM2CZI, der Bezirkscontestbearbeiter, er fungiert außerdem noch als "Sked-Manager". Für die QSL-Karten ist DM2CTI verantwortlich.

Zu Ende ist der Contest erst nach der Auswertung. Dank EDV-verbundener Mitstreiter läßt sich diese Auswertung auf die verschiedensten Aspekte ausdehnen. (Wann sind die besten Zeiten, wann werden die größten Enfernungen überbrückt, wann wurden die meisten Telegrafieverbindungen hergestellt, gab es bei einzelnen OPs "Einbrüche" usw.). Bei den Montags-Treffs werden dann die individuellen Fehler ausgewertet und es wird die Notwendigkeit technischer Veränderungen geprüft und das Ergebnis bereits durchgeführter Veränderungen eingeschätzt.

*

Für den IARU-Contest 1977, den Höhepunkt des UKW-Contestjahres, hatten sich die "TIs" viel vorgenommen. Wie wir noch gerade rechtzeitig vor Redaktionsschluß erfuhren, arbeiteten sie unter dem Sonderrufzeichen DM7TI 750 OSOs und erreichten dabei 185 904 Punkte, 13 Länder und 60 Großfelder. Diese QSO- und Punktzahlen sind die bisherige Höchstleistung einer DDR-Station. Sie bedeuten sicher auch ein gutes Ergebnis in der internationalen Wertung — drücken wir ihnen die Daumen!

Viele OMs der Gruppe DM 5 TI besitzen eine eigene 2-m-Station. Das hier ist ein kleiner transistorisierter 2-m-Transceiver (9-MHz-Methode), der in einem 10-RT-Gehäuse steckt und der bereits in etlichen Exemplaren existiert.
                                                                                                 
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